Geschichte im Überblick
1951 | Gründung / Brillantglashütte KG |
ab 1980 | Umfirmierung in Brillantleuchten AG |
1989 | Börseneinführung Bremen und Frankfurt |
seit 1991 | Umfirmierung in Brilliant AG |
von 1994 - 1997 | Ausbau der Fabrik zum Brilliant Industriepark |
1999 | Erhöhung des Exportanteils auf nahezu 50 % |
2000 | Die amerikanische SLi Inc. wird Großaktionär |
2001 | Italien wird zu einem der Kernabsatzmärkte der Brilliant-Gruppe |
2002 | Aufnahme des Geschäftes mit Leuchtmitteln |
2004 | Die britische The National Lighting Company Ltd. wird Großaktionär |
Die Geschichte der BRILLIANT AG
Die Firma Brilliant AG wurde am 01.08.1951 als Brillantglashütte oHG / Lippold & Tschammer in Gnarrenburg gegründet. Kurt Lippold und Otto Tschammer stammten beide aus der Glasfabrikaktion. Der Name Brillantglashütte stammt aus der Familie Lippold, die bereits vor dem Krieg in Sachsen unter gleichem Namen eine Glashütte betrieb, in der Mund geblasenes Flachglas für Fenster hergestellt wurde. Gnarrenburg bot sich als Standort einer Glashütte an. Hier hatten sich bereits mehrere Betriebe dieser Art angesiedelt, weil die Grundvoraussetzung für eine Hütte, Energie und Rohstoff direkt vorhanden waren. Als Energie diente der abgebaute Torf. Der Rohstoff Quarzsand war unter dem abgebauten Torf zu finden.
In den Jahren 1951 bis 1953 wurde in der Gnarrenburger Glashütte Mund geblasenes Beleuchtungsglas hergestellt. Die Vorort fehlenden Fachkräfte holte man in ausreichender Zahl aus den früheren deutschen Ostgebieten. 1953 konnte die Glasherstellung dann nicht mehr aufrechterhalten werden. Eine Einrichtung der Glasveredelung zum Glasschleifen und für Glasdekoration mit keramischen Farben war vorhanden. Es wurde der Entschluss gefasst, gebogene Stabpendelschalen aus Glas herzustellen. Diese Beleuchtungskörper lagen in den 50er Jahren im Trend und wurden in großen Stückzahlen hergestellt. Das war der erste Schritt in Richtung ausschließlicher Leuchtenfabrikation.
Parallel wurde jedoch durch eine gekaufte dänische Lizenz weiterhin Wirtschaftsglas gefertigt. Ein Renner waren dekorierte (Blumenmuster) Glasschälchen. Anfang der 60er begann man auch mit der Herstellung von gebogenen Glasküchenleuchten. Diese bestanden aus einem farbig dekorierten Schirm, einem Opalglas, auf dem der Schirm lag und einem Pendel. Später war abzusehen, dass der Absatz von Glasleuchten sich schwieriger gestalten wird. Die Beleuchtungsindustrie hatte inzwischen neue Materialien auf den Markt gebracht, die mehr der aktuellen Mode in der Einrichtung angepasst wurde. Der größte Trend waren wohl die so genannten "Gehängeleuchten, sprich Deckenkörper mit Strippen und Gläsern". Durch diese Produkte wurden mit Holz-, Metall und Kunststoffaufsätzen erstmals auch weitere Grundstoffe in den Leuchten verbaut. Die Art bedingte eine Änderung und Erweiterung der Fertigungsanlagen für Leuchten. 1970 wurde die Produktionslage für das Wirtschaftsglas verkauft, um Platz zu schaffen.
Die neue grundsätzliche Ausrichtung war, in den 70er Jahren von der Herstellung aller Bauteile abzugehen und sich mit Zukaufteilen auf die Veredelungstechnik und die reine Montage der Leuchten zu konzentrieren. Die Entwicklung des Leuchtengeschäfts schritt rasant voran. Um die Kapazitäten zu erweitern wurde mit der Heimarbeit eine weitere Produktionsstätte geschaffen. Hier waren zeitweise mehrere Hundert Mitarbeiter in der Gnarrenburger Umgebung und auch in Sozialwerkstätten beschäftigt. 1976 wurden die neuen Fabrikgebäude am heutigen Standort in Karlshöfenerberg bezogen. Ende der 70er wurde der Name Brillantglashütte KG in Brillantleuchten AG geändert. Die Achtziger Jahre brachten weitere Veränderungen in der Produktentwicklung mit sich. Man konzentrierte sich mehr auf Spots/Strahler und bei den Pendelleuchten wurde immer weniger Glas verwendet. Dafür wurde die Gruppe der Metallpendelleuchten immer größer. Mit technischen Schienensystemen wie z.B. dem VARIO System, welches noch heute im Sortiment ist, konnte Brillantleuchten Akzente am Markt setzen. Die Expansion setzte sich fort, damit wurde der Kapitalbedarf größer. Die immer noch im Lippoldschen Familienbesitz befindliche Firma ging 1985 in Frankfurt und in Bremen an die Börse. 1991 wurde der Firmenname zuletzt geändert. Im Zuge der Internationalisierung musste auch eine internationale Bezeichnung her. Aus Brillantleuchten AG wurde kurzerhand das deutsche Wort "-leuchten" gestrichen und das zweite "i" für Brilliant AG hinzugefügt. Von 1994 bis 1997 wurde der Standort kräftig erweitert. Mit neuen Lagergebäuden und einem Hochregallager wurde der "Brilliant Industriepark" geschaffen. In der zweiten Hälfte der 90er war bei Brilliant die höchste Anzahl von Beschäftigten zu verzeichnen. In der Leuchtensaison wurden über 1.000 Mitarbeiter inkl. Heimarbeiter von der Brilliant AG entlohnt. Produkte aus Gnarrenburg wurden in ganz Europa verkauft. Die Börsennotierung hat auch ihre Auswirkung: größter Anteilseigner wird eine englische Firma. Im Jahr 2000 wird. Die amerikanische SLi Inc. neuer Großaktionär. Mit dem Vertrieb von Halogen-, Normal- und Energiesparlampen sowie von Leuchtstoffröhren wurde eine neue Produktgruppe in das Sortiment aufgenommen.
Im neuen Jahrtausend bewegt sich die Brilliant AG zunächst in schwierigem Fahrwasser. Der bisherige Wettbewerbsvorteil "Made in Germany" wird eher zum Nachteil. Die Konkurrenz auf dem europäischen Markt ist groß und der Preisdruck gewaltig. Der Wettbewerb lässt bereits im billigeren Ausland fertigen und kann gleichartige Produkte günstiger anbieten. Als Folge dessen verlagert die Brilliant AG ebenfalls die Fertigung, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen . Es verbleiben am Standort die Bereiche Vertrieb, Verwaltung, Konstruktion/Design und die gesamte Logistik. Seit 2004 ist die britische "The National Lighting Company" Großaktionär der Brilliant AG. Diese neue Firmengruppe, in der die Brilliant AG das größte Einzelunternehmen ist, steht für ein komplettes Sortiment von Wohnraumleuchten und ist in Europa die Nummer zwei.






